Michael Oehme: Wer viel spart, der oft dennoch nicht gewinnt

Wer zurzeit Kredite aufnimmt, um ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen, kommt so billig an Geld wie nie zuvor. Wohin das führen kann, hat die Welt schon gesehen. Die Geldmengenausweitung der Zentralbanken führt nicht zur Inflation – die Ausweitung der Geldmenge ist bereits die Inflation, die sich erst in Folge durch steigende Preise bemerkbar macht. Das Geld wird entwertet, indem man immer neues druckt. Das wiederum schwächt das Vertrauen der Menschen in die Währungen. Sie werden ihre Euro ausgeben, weil sie fürchten, ihre Scheine könnten schon bald weniger wert sein. Das Geld wird in die Gütermärkte fließen und die Preise in die Höhe treiben. Wenn dann noch Kredite aufgenommen werden sind wir inmitten einer weitgehend unkontrollierten Inflation.

Der irrationale Überschwang zeigt sich deutlich: Dax und Dow Jones kletterten auf neue Höchststände, die Indizes markierten sogar den höchsten Stand ihrer Geschichte und sind somit auf der Überholspur.
Laut "Handelsblatt" haben die Analysten im vergangenen Quartal ihre Gewinnaussichten für 22 der 30 Firmen im Leitindex gesenkt. Trotzdem gehen die Kurse durch die Decke. Doch den Aktienmärkten scheint es prächtig zu gehen. Diese Tatsache lässt sich nur noch auf eines zurückführen: Das weltweite Doping der Finanzmärkte durch die Notenbanken. Entgegen aller Erwartungen will die US-Notenbank ihre Geldpolitik nicht drosseln, sondern weiter monatlich 85 Milliarden US-Dollar in Staatsanleihen und Immobilienpapiere pumpen, um die US-Wirtschaft anzukurbeln.

Was für manche Grund zur Freude ist, treibt den Sparern dagegen Sorgenfalten ins Gesicht. Sie sind die klaren Verlierer dieser Entwicklung. Dank der Niedrigzinsen, die die Währungshüter den Banken mit der Geldflut verordnen, vermindert sich ihr Vermögen kontinuierlich. Wenn man sich das allgemeine Zinsniveau anschaut, werden schon jetzt die Sparguthaben vieler Menschen durch die Inflation aufgefressen. Das wiederum könnte zu deutlichen Lücken in der Altersvorsorge führen. Zu den Verlierern zählen also die Arbeitnehmer, Sparer und Rentner, deren Geldvermögen, Versicherungsleistungen und Rentenbezüge weginflationiert werden. Die Allianz hat hierzu kürzlich eine erschreckende Zahl errechnet: Die Niedrigzinspolitik der EZB kostete die Sparer allein im Jahr 2012 rund 5,8 Milliarden Euro im Saldo.

Die klaren Gewinner sind hingegen die Investmentbanken, welche ihr Geld zum Nulltarif bekommen. Die Währungshüter werden also von ihrem Plan, die Wirtschaft mit der Notenpresse anzukurbeln, auf absehbare Zeit nicht abrücken. Bis auf weiteres sitzen die Sparer damit in der Zinsfalle fest.

Kommentare:

  1. Michael Oehme trifft es auf den Punkt: Die Inflationsrate ist weit höher als der derzeitige Zinsatz. Lieber in Immobilien investieren, dass hat schon meine Oma gewusst und die ist bis ins hohe Alter sehr gut gefahren damit!

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  2. Hallo Martin, ich finde deinen Ansatz gut, in der Beratung sage ich aber immer: nicht zu sehr auf langfristige Investments setzen. Dann bist du nämlich in einer kurzfertig wenig flüssigen Situation ganz schön am Fliegenfänger. Und was hilft dir der schönste Immobilienbesitz, wenn du deinen Lebensunterhalt nicht mehr zahlen kannst.

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  3. Es gibt eine Reihe interessanter Angebote, bei denen Anleger indirekt am Neubau von Wohnungen profitieren können. Das sollte man sich mal anschauen.

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    1. Hey Roger, da gebe ich dir Recht. Aber so viele sind es nicht mehr. Beispielsweise bitte die Project Unternehmensgruppe spannende Beteiligungen und die Magdeburger MCM Unternehmensgruppe.

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