Donnerstag, 16. Februar 2017

„Den ‚Aufmerksamkeit heischenden’ Weg gehen nur wenige Asset Manager“

Heute möchten wir Ihnen ein Interview ans Herz legen, das sich mit dem Thema Finanzkommunikation beschäftigt. Es wurde von Cash.ch mit Roland Ceccetto geführt. Er ist Partner und Senior Consultant bei Communicators, die seit über 30 Jahren zu den führenden Kommunikationsagenturen in der Schweiz zählen:

Dienstag, 14. Februar 2017

Public Relations (PR) – die Ungewissheit des Erfolgs

Immer wieder werden wir gefragt, worin eigentlich der Unterschied zwischen PR und Werbung besteht. Mit dem Begriff Werbung können die meisten etwas anfangen. Werbung ist zum Beispiel eine Anzeige, die man für Geld erstellen lässt, für Geld schaltet, womit sie in der Regel auch erscheint und die dann hoffentlich das gewünschte Ziel erreicht. PR funktioniert da ganz anders.

PR-Maßnahmen

PR Maßnahmen kann man nicht schalten. Insofern ist der große Nachteil, dass sie nicht garantiert angenommen werden. Dafür fließt aber auch kein Geld an Dritte. Klassische PR-Maßnahmen sind Pressemitteilungen an Journalisten. Hier kommt es auf das Handwerkszeug an. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf die beiden Blogbeiträge zu diesem Thema: http://pressearbeit-oehme-friedberg-michael.blogspot.ch/2016/08/aufbau-und-inhalt-einer-pressemitteilung.html bzw. http://pressearbeit-oehme-friedberg-michael.blogspot.ch/2016/08/wie-kommuniziere-ich-meine-messages.html. Im Idealfall greifen Journalisten die dargebotenen Informationen auf und kommunizieren es an die Leser. Derartige Beiträge haben eine deutlich höhere Glaubwürdigkeit, als es eine Anzeige jemals haben könnte. Im schlechten Fall versandet die Meldung. Dann sollten Sie darüber nachdenken, was Sie besser machen können.

Zweitnutzung Internet

Während nahezu jedes Unternehmen Pressemitteilungen kennt, weiß längst nicht jeder, dass man Pressemitteilungen auf für die Suchmaschinenoptimierung nutzen kann. So gibt es eine Vielzahl an Presse- oder Fachforen und Plattformen, die bereitwillig Pressemitteilungen annehmen. Wenn Sie mit einer PR-Agentur zusammenarbeiten, so bietet diese in der Regel einen sogenannten Internetverteiler. Sie können aber auch selbst aktiv werden und beispielsweise bekannte Mitbewerber bei Google eingeben. Finden Sie dort Presseveröffentlichungen, geben Sie doch einfach die Headline dieser Veröffentlichung bei Google ein. Sie werden staunen, wie aktiv die Mitbewerber sind. Dabei sollten Sie die Pressemitteilung nicht 1:1 fürs Internet verwenden, sondern bestimmte Vorgaben einhalten. Die Keyworddichte ist beispielsweise wichtig und wo bestimmte Keywords stehen sollten (vergleiche hierzu den Beitrag http://pressearbeit-oehme-friedberg-michael.blogspot.ch/2016/11/keyword-schwemme.html). In diesem Sinne richtig gemacht, wirkt sich PR positiv auf das Image und die Bekanntheit aus.

Donnerstag, 9. Februar 2017

Emotionen statt Fakten

Im vorangegangenen Blogbeitrag hatten wir uns mit der Frage auseinandergesetzt, inwieweit Journalisten in der Verantwortung stehen, Inhalte von Foren und Plattformen auf deren Richtigkeit und Glaubwürdigkeit zu hinterfragen. Heute möchten wir die Frage aufgreifen, ob Journalisten nicht längst vom Pfad der rein sachlich orientierten Informationsweitergabe zum Meinungsmacher mutiert sind?  

Postfaktisch
Das Wort des Jahres „postfaktisch“ macht deutlich, dass wir inzwischen den hinter den Informationen stehenden Meinungen oder Empfindungen mehr Aufmerksamkeit schenken, als den reinen Fakten. Vor diesem Hintergrund scheint es nachvollziehbar, dass auch die Journalie diesen Trend vollzieht, um die Leserschaft entsprechend zu erreichen. Wie drückt sich das aus und vor allem: ist das sinnvoll? 

Beitrag allein reicht nicht
Viele Medien veröffentlichen nicht nur Beiträge, sie lassen auch eine Kommentarfunktion zu. Als ob dies nicht genug sei, die Meinung der Leserschaft einzufangen, richten einige Medien für ihre Redakteure auch noch Blogs zu Themen ein, in denen besagte Redakteure fleißig mitarbeiten. Folgendes Bild ergibt sich: Man veröffentliche einen Beitrag, in dem man ganz klar polarisiert, wer der Böse ist. Zitate des Bösen werden dabei nur insoweit eingebunden, als sie die eigene Meinung (die des Journalisten) bestärken. Oft werden auch Fakten nicht veröffentlicht, die das klar kommunizierte Bild in Frage stellen könnten. Wenn Sie jetzt meinen: „das gibt es doch nicht!“, können wir Ihnen ganz klar sagen: „doch, es ist sogar Geschäftsstrategie einzelner Medien, mit denen die Auflagen hochgetrieben werden“. Und es geht noch weiter. 

Der Blog, mein liebstes Kind
Als wäre der Einseitigkeit nicht schon genüge getan, schalten sich besagte Redakteure sogar in die Blogs ein. Teilweise mit Argumenten, nicht selten aber auch mit rüden Kommentaren. Wie das aussieht? Jemand, der der Meinung ist, der Beitrag sei zu einseitig, schreibt: „Ich habe mit der Firma XY ganz andere Erfahrungen gemacht und bin mit dem Produkt Z sehr zufrieden.“ Antwort des Journalisten: „Leider müssen wir immer wieder feststellen, dass sogenannte Pseudokunden, meist aus dem eigenen Haus, vorgeschickt werden, unsere Fakten in Frage zu stellen.“ Bums, das hat gesessen. Und was hat der Journalist gemacht? Genau. er hat deutlich eine einseitige Stellung bezogen und versucht, diese auch noch zu verteidigen. Aus unserer Sicht ein klarer Verstoß gegen den Pressekodex.

Dienstag, 7. Februar 2017

Michael Oehme: Wie Trump mit seinem Einreiseverbot polarisiert


Kommunikationsexperte Michael Oehme über das Top-Thema der vergangenen Woche: Trumps Einreiseverbot

„Das durch US-Präsident Donald Trump erlassene Einreiseverbot war DAS Thema, welches die Nachrichten in der vergangenen Woche ununterbrochen dominierte“, so Kommunikationsexperte Michael Oehme. Trump hatte beschlossen, gegen Menschen aus sieben überwiegend muslimischen Ländern ein Einreiseverbot zu verhängen, um, seiner Auffassung nach, die Terrorgefahr zu vermindern. Unternehmen wie Google, Facebook und Airbnb reagierten sofort mit scharfer Kritik und die US-Bürgerinnen und Bürger ließen es sich nicht nehmen, lautstark auf die Straßen zu gehen. „Auch in europäischen Ländern hat man die Demonstrations- und öffentliche Abwehrhaltung stark gespürt. So kam es auch in größeren Städten wie Berlin, Barcelona und London zu großen Protesten“, so Michael Oehme weiter. Besonders interessant findet Oehme als Kommunikationsberater das Ausmaß, in dem Donalds Trump Entscheidungen polarisieren. „So skurril, undemokratisch und teilweise unfassbar beschämend Trumps Aussagen und erst recht Handlungen auch sein mögen: Fakt ist, dass er in aller Munde ist, ganz getreu nach dem uralten PR-Motto: Bad News Are Good News“, so Oehme, der seit Jahrzehnten in Kommunikationsbranche zu Hause ist.
Unterdessen scheinen die US-Wirtschaft und deren Top-Manager langsam die Geduld zu verlieren. Vor allem die Technologiebranche gehört zu Trumps härtesten Kritikern, da sie um hochqualifizierte Mitarbeiter aus aller Welt bangen. „Trump weiß, welche Branche er auf welche Weise tief im Kern trifft, wie zum Beispiel auch die Medien, die er zu gerne mal als Fake News bezeichnet“, schüttelt Michael Oehme den Kopf. So äußerte beispielsweise Lloyd Blankfein, Chef der US-Investmentbank Goldman Sachs: „Das ist keine Politik, die wir unterstützen“. „Das Einreiseverbot wurde zwar zunächst durch das Bundesgericht aufgehoben, doch man kann sich beinahe sicher sein, dass Trump nicht so schnell aufgeben wird. Sicherlich hat er schon den nächsten Schocker parat, dessen Dimension wie immer einem PR-Gag gleichen wird. Das ist in der PR-Branche ein Jackpot, in so einem hohen politischen Amt jedoch eine Farce“, bedauert Oehme abschließend.

Donnerstag, 2. Februar 2017

Michael Oehme: Qualitätsjournalismus gefordert

Heute wollen wir uns mal einem anderen Thema widmen. Es geht um die Frage, inwieweit Journalisten „einfach so“ Informationen von dritten Informationsgebern übernehmen dürfen. Hans Ulrich Jörges, seit 2007 in der stern-Chefredaktion, findet zu diesem Thema deutliche Worte (nachzulesen unter https://kress.de/news/detail/beitrag/136860-beim-dprg-neujahrsempfang-hans-ulrich-joerges-kritisiert-die-sueddeutsche-zeitung.html). 

Arbeit unter Zeitdruck
Es ist uns durchaus bewusst, wie stressig inzwischen die Arbeit von Journalisten ist. (Nahezu) jeden Tag eine neue Story. Keine Zeit für Vorbereitung, Hintergrundarbeit usw. Die Zahl der Journalisten in den Redaktionen sinkt Jahr für Jahr. In einigen Redaktionen buhlen Journalisten inzwischen darum, eine Story veröffentlichen zu dürfen. Nur so lässt sich der Arbeitsplatz sichern. Und dann sind da noch die vielen freiberuflichen Mitarbeiter, die anscheinend deutlich günstiger „produzieren“ können. Schließlich steht und fällt die Existenz vieler Redaktionen durch erzielbares Geschäft. Längst ist es nicht mehr nur der Leser als Abonnent und Käufer von Zeitungen und Zeitschriften, vielmehr spielen zielgruppengerechte Werbung und Zusatzgeschäfte inzwischen eine wichtige Rolle. Auch vor diesem Hintergrund müssen viele Journalisten und Redakteure heute performen. Das einstmalige Bild des so geachteten Journalisten hat sich folglich inzwischen deutlich gewandelt. 

Verlass auf anonyme Medien
Gerade da vielen Journalisten und Redakteuren der Zugang zu bestimmten Zielgruppenthemen fehlt, verlassen sich diese inzwischen auf Blogger oder Foren. Doch genau hier liegt die Crux. „Wenn Qualitätsmedien überleben wollen, dürfen sie nicht die Gerüchteküche anheizen, nur weil sie auf Twitter und Facebook von anonymen Konten lebhaft diskutiert werden“, fasst dies Jörges völlig korrekt zusammen. Die Verlockung ist groß. Das steht außer Frage. Doch gerade wenn es sich tatsächlich um anonyme Blogs oder Foren handelt, sind Journalisten in der Pflicht, die dargebotenen Informationen zu hinterfragen. Anderenfalls stellen sie sich in eine Reihe mit anonymen Postern. Dann wäre es aus Sicht der Mediennutzenden allerdings zu Recht nur noch eine Frage der Zeit, ab wann die Arbeit sogenannter Qualitätsjournalisten überflüssig wird.

Dienstag, 31. Januar 2017

Pressearbeit im Print- und Onlinebereich

Im vorangegangenen Beitrag waren darauf eingegangen, warum wir PR-Arbeit im weitesten Sinne nicht für eine „altruistische Sache“ halten, sondern sie als wichtige Grundlage der Kundenkommunikation sehen. Hierfür gibt es mehrere sehr wesentliche Gründe. 

... Kunden kaufen bewusster und vertrauen gerne Dritten

Nicht erst seit der Wahl Trumps zum amerikanischen Präsidenten wissen wir mehr vom Einfluss der Medien auf Entscheidungen – auch im Hinblick auf den Einfluss der sogenannten sozialen Medien. Ein wesentlicher Baustein einer professionellen PR-Strategie ist daher die Positionierung eines Unternehmens in der Presse und im Web. Dabei geht es vorrangig darum, ein positives Image aufzubauen, dass in einem weiteren Schritt dazu führen kann, Botschaften dort kommunizieren zu können, wo sie wichtig sind. Gerade Journalisten - ob im Printbereich oder Online - genießen dabei ein hohes Image, wenn es um Meinungsbildung geht. An dieser Stelle ist es wichtig anzumerken, dass auch hier spezialisierte Agenturen vorzuziehen sind, da sie in der Regel über ein entsprechendes Netzwerk verfügen.    

Dienstleistung oder Produkt richtig positionieren
Wenn Sie ehrlich sind, werden Sie zugestehen müssen, dass ihre Dienstleistung oder ihr Produkt nicht konkurrenzlos einzigartig sind. Wenn doch, Glückwunsch! Sollten Sie aber zur überwiegenden Zielgruppe der Marktteilnehmer zählen, die unter Konkurrenzdruck stehen, dann macht es Sinn darüber nachzudenken, was Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung aus der Sicht des Kunden einzigartig macht? An dieser Stelle kommt das Wort „Markenbildung“ ins Spiel – Sie müssen Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung ein Image geben. Emotionen spielen hierbei eine wichtige Rolle. Sie sind quasi der Informationsträger an den Kunden. Daher spielt Markenkommunikation eine wichtige Rolle, wenn es um den Aufbau neuer Kunden und die Beziehungspflege zu ihnen geht.

Donnerstag, 26. Januar 2017

Michael Oehme über das Merkel-Selfie


Ein Selfie mit schwerwiegenden Folgen

„Wir sind in einem Zeitalter angekommen, in dem ein Selfie ein Menschenleben verändern kann“, weiß Kommunikationsexperte Michael Oehme und bezieht sich auf einen Fall, in dem der 19-Jährige Syrer Anas Modamani ein Selfie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gemacht hat. Die Folgereaktionen, mit denen der junge Mann anschließend konfrontiert wird, sind fatal: „Plötzlich stand er im Rampenlicht und zwar zunächst im negativen Sinne: Er wurde im Netz als Terrorist beschimpft, was vor Gericht als Rufmord gilt und auch jetzt dient sein Foto rechtem Gesindel in den sozialen Netzwerken immer wieder als Grundlage für Hetze und Verleumdung“, kritisiert Michael Oehme. Anas Modamani selbst zieht nun vor Gericht. „Die Leute sollen damit aufhören“, wünscht er sich. Die Nachricht von Modamanis Rechtsstreit mit Facebook sorgt weltweit für Schlagzeilen. „Hier kommen viele wunde und emotionale Punkte zusammen“, weiß Kommunikationsberater Oehme aus seiner eigenen Branche. „Es geht um Merkel und ihre Flüchtlingspolitik, über Hasswellen in sozialen Netzwerken und darum, dass Rechtspopulismus wieder gesellschaftsfähig geworden ist“, erklärt Oehme.
Unterdessen reißen sich Reporter aus Kanada, England und vielen anderen Ländern um ein Interview mit dem Syrer. Nach der öffentlichen Verleumdung musste er sich tagelang bei einem Freund verstecken, weil er als Gewalttäter und Terrorist bezeichnet wurde und plötzlich mit diversen medial diskutierten Verbrechen in Verbindung gebracht wurde, später wurde er zum Polittalk von „Maybrit Illner“ eingeladen und erschien auf dem Cover des „Stern“-Jahresrückblicks. „Im Grunde genommen ist es traurig, dass der junge Mensch durch diese verwerflichen Verhaltensweisen anderer Aufmerksamkeit erlangt“, so Michale Oehme. Anlässlich des Terroranschlags in Berlin am 19.Dezember wurde das Foto zuletzt missbraucht – inklusive der Headline „Merkels Tote“. Ein weiteres Paradebeispiel für das vielseitig diskutierte Thema „Fake News”. Doch neben dem „Merkel-Selfie“ gibt es noch so viel mehr über den Syrer zu berichten: Geflüchtet aus Daraja, südlich von Damaskus, mittlerweile ein einzigartiges Trümmerfeld, kam er vor anderthalb Jahren nach Deutschland und wurde bei Gasteltern aufgenommen. Seither lernt er täglich Deutsch, befindet sich bereits auf C1-Niveau. „Das bedeutet, dass er sich zum nächsten Semester für ein deutschsprachiges Studium bewerben kann“, so Michael Oehme.